DOGJUMPER

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Alles lecker oder was?

Februar 5th, 2012 · Keine Kommentare

Vor einigen Wochen stolperte ich über einen Artikel in der Bild-Zeitung:

Brauerei-Festival in Vietnam:
In Hanoi gibt es Hund zum Bier

Und darunter prangte dieses Bild:

Gegrillter Hund

Gegrillter Hund auf einem Markt in Hanoi

Überflüssig zu erwähnen, daß mir sofort die Galle hochkochte und das fertig formulierte Pauschalurteil über die asiatische Bevölkerung nicht lange auf sich warten ließ.

Bei näherer Betrachtung hat dieses Pauschalurteil jedoch keinen Bestand. Denn Hundefleisch wurde und wird auch in Europa gegessen. Zum Beispiel in der Schweiz. Dort ist zwar der Handel mit Hunde- und Katzenfleisch verboten, essen darf dort aber jeder seine Haustiere. Und sie werden gegessen. Berner Sennenhund, Appenzeller und Rottweiler, denn da ist viel dran. Auch in Deutschland wurden bis um 1900 herum Hunde und Katzen für den Verzehr geschlachtet.

Nun mag man sich im ersten Moment fürchterlich über diese Barbarei aufregen. Aber im zweiten Moment muß man sich doch sofort fragen, ob das, was wir mit unseren Nutztieren anstellen nicht genauso barbarisch ist. Für viele Menschen sind Hunde ebenso Nutztiere, wie Pferde, Kühe, Schweine, Schafe und Geflügel. Und diese Tiere darf man essen. Doch für alle Menschen, die eine emotionale Bindung an ihr Tier haben, ist dies natürlich grausam und barbarisch.

In unserem Kulturkreis ist es nicht üblich, eine emotionale Bindung an z. B. ein Schwein zu haben. Noch nicht. Denn die Zahl derer, die sich z. B. ein Minischwein oder ein Hängebauchschwein als Haustier halten, steigt stetig.  Aus Untersuchungen wissen wir auch, daß Schweine zwar sturer als Hunde, aber ebenso lernfähig sind. Ganz zu schweigen davon, daß sie Angst, Schmerzen und Freude empfinden können. Wie unser Hund oder unsere Katze. Und muß nicht jedem Schweineliebhaber bei so einem Anblick ebenfalls die Galle hochkochen…

Gegrilltes Spanferkel

Gegrilltes Spanferkel

Ich bin nun nicht explizit jemand, der sich ein Schwein halten würde. Aber auch mir wird es beim Anblick des Spanferkels schlecht, zumal ich seit fast dreissig Jahren Vegetarierin bin.

Was mich auch ein wenig erschüttert, ist die Doppelmoral, die Art und Weise, mit der Leben in lebens- und liebenswertes Leben oder in Leben, bei dem es egal ist, wie man damit ungeht, eingeteilt wird. Das eine Leben darf unter grausamsten Bedingungen gemästet und dann für den Verzehr ausgelöscht werden. Für das andere Leben, zum Beispiel das Leben unseres Hundes, geben wir Unsummen für Nahrung und Zubehör aus und echauffieren uns wenn wir lesen müssen, daß unser Liebling in manchen Ländern auf der Speisekarte steht.

Das eine Leben landet auf dem Grill und wird gegessen, das andere Leben wird bei Tod kremiert und landet in der Urne auf dem heimischen Kamin.

Tatsache ist, das unterschiedliche Kulturen unterschiedliche Präferenzen bei der Auswahl ihrer Nahrung haben. Ein moralischer Wandel zeichnet sich jedoch ab. Tatsache ist auch, dass alle Tiere, egal ob sie nun sogenannte Nutz- oder Haustiere sind, Schmerzen, Leid und Angst empfinden können. Und eine Tatsache ist auch, daß alle Tiere Teil unserer Lebenswelt sind. Sie sind Teil der Schöpfung, wer immer auch ihr Schöpfer war.  Das ist eine reine Glaubensfrage. Und sie bevölkerten die Erde lange vor uns. Wir sollten ALLEN Lebewesen mehr Achtung und Respekt zollen.

Und wir sollten unseren Kindern beim nächsten Grillfest erklären, daß “Bratmaxe” ein Schwein war, welches unter unsäglich erbärmlichen Bedingungen gemästet und getötet wurde! Vielleicht vergeht ja dann dem einen oder anderen Kinder die Lust auf den fröhlichen “Bratmaxe”!

Wer es ertragen kann, der kann den Film “Earthlings” auf YouTube ansehen.

“Earthlings” ist eine Dokumentation in Spielfilmlänge über die absolute Abhängigkeit der Menschheit von Tieren (als Haustiere, Nahrung, Kleidung, zur Unterhaltung und in der wissenschaftlichen Forschung), veranschaulicht aber auch unsere Geringschätzung gegenüber diesen sog. “nicht-menschlichen Versorgern”. Sprecher des Films ist der Oscar-nominierte Joaquin Phoenix (“Gladiator”), die Filmmusik schrieb der mit Platin ausgezeichnete Künstler Moby.

Der Film bietet detaillierte Einblicke in Tierhandlungen, Welpen-Fabriken und Tierheime sowie Massentierhaltungen, den Leder- und Pelzhandel, die Sport- und Unterhaltungsindustrie und schließlich den medizinischen und wissenschaftlichen Beruf. “Earthlings” verwendet versteckte Kameras und vorher nicht gezeigtes Filmmaterial, um die täglichen Praktiken einiger der größten Industrien der Welt aufzuzeichnen, deren aller Profit vollständig auf Tieren beruht.

Wir Menschen sollten uns schämen!

Tags: Ansichten

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